Bümpliz Bahnhof Nord

Projektwettbewerb mit Präqualifikation, 1. Preis

Bauherrschaft: BLS Immobilien AG
Programm:
Wohnungen, Dienstleistungen
GF SIA 416:
22'500 m2
GV SIA 416:
74'500 m3
HNF SIA 416:
 13'200 m2

Bümpliz Bahnhof Nord

Projektwettbewerb mit Präqualifikation, 1. Preis

Team Wettbewerb: Cédric Bär, Marc Jeitziner, Azadeh Karimi, Simone Bänziger, Maseeh Takhtravanchi (cand.), Maša Mori (cand.)
Visualisierungen:
Nightnurse Images, Zürich

Bahnhof Bümpliz, Bern

 

Entlang der Bahnlinie Bern Neuenburg befinden sich im Osten der Stadt Bern die Quartiere Bern Bümpliz und Bern Bethlehem. Mehrheitlich gebaut in den Boomjahren der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts, repräsentieren grossmassstäbliche Überbauungen wie das Fellergut in Bümpliz und das Tscharnergut in Bethlehem den Siedlungscharakter dieser Epoche. Lange Zeit als Gebiet mit wenig städtischer Qualität und schwierigen sozialen Umständen verpönt, erleben die beiden Stadtteile seit einigen Jahren ihre Renaissance als Wohn- und Arbeitsort in der Stadt Bern. Die Bahnhöfe haben eine zentrale und für die Quartierleben wichtige Verknüpfungsfunktion. Aus dem Herzen des Fellerguts gelangt man in die Unterführung nach Norden; aus dem Süden wird eine eigens dafür angelegte Fuss- und Veloachse mit Alleebaumbestand den Kontakt- und Erschliessungspunkt von Bümpliz und Bethlehem einleiten. Die Raumplanung sieht eine städtebauliche Verdichtung des Bahnhofgebiets vor. Dabei spielt die neue Personenunterführung und deren räumliche Ausrichtung als verknüpfendes Element der Quartiere Bümpliz und Bethlehem eine Schlüsselrolle.

 

Die Aufweitung und Aufwertung der Personenunterführung stärkt die Verbindung der Stadtteile; die Treppen- und Rampenanlagen werden als vertikale räumliche Verbindungselemente gestaltet und auf beiden Seiten inszeniert. Diese städtebauliche Strategie wird in der architektonischen Erarbeitung der vier Dienstleistungs- und Wohngebäude weitergeführt und präzisiert; je zwei gleiche Bauvolumen werden die beiden Baufelder der Überbauung bestimmen. Die stadtraumprägenden Hauszwischenräume übernehmen mit ihrer Ausrichtung den analogen, städtebaulich verbindenden Gestus wie die Personenunterführung. Gleichzeitig bilden die Leerräume die Möglichkeit, private Aussenräume der Wohnungen nach Westen und Osten auszurichten, ohne die städtebauliche Hierarchie der Mühledorfstrasse zu beeinträchtigen. So können die Lärmimmissionen der Geleiseanlagen so gering wie möglich gehalten werden.  

 

Allen Wohnungen eigen ist eine ähnliche typologische Raumstruktur; die Kernfigur aus Küche, Réduit und Badezimmer bildet eine umlaufbare Raumabfolge innerhalb des Entrée und dem spezifisch zonierten Wohn- und Essbereich. Nebst dem räumlichen Zentrum mit Küche, Wohn- und Essraum erhalten alle grösseren Wohnungen eine zusätzliche Raumnische, die je nach Nutzungskonzept und Orientierung unterschiedlich bespielt werden kann; in den Südwohnungen kann so, durch Verringerung der Wohnfläche des öffentlichen Bereichs, ein zusätzliches Schlafzimmer gewonnen werden.